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A.K.U.J.I. Allwissender Meister

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.08.2010 Beiträge: 159
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Verfasst am: 02.08.2010, 00:32 Titel: Einleitung |
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Casino Crazy
John W. Copperfield stand am Flughafen. Es regnete sehr stark und sein neuer Anzug war völlig durchnässt, als er in der großen Eingangshalle eintraf. Sein Vater sollte mit der Maschine landen, die um etwa 5 Uhr den Flughafen Las Vegas erreichen würde. Er hatte ihn nun schon seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. John musste schmunzeln. Seit zwei Jahren war er in diesem Irrenhaus, das sich Stadt nannte, angefüllt mit Wahnsinnigen und Spielsüchtigen. Er liebte diese Welt und er würde sie für nichts auf der Welt wieder verlassen. John war in dieser Welt reich geworden, hatte mit seinem großen Talent im Pokerspiel einen großen Gewinn erzielt. Der junge Collegeabsolvent hatte mit seinem Mathematikstudium wirklich etwas anfangen können. Wenige andere Spieler, die dauerhaft ihre Zeit in dieser Stadt verbrachten, spielten mit mathematischem System. Ein großer Vorteil. Nun war er reich konnte sich leisten was er wollte und lebte nur noch alle zwei Wochen für einen oder zwei Tage in seinem kleinen Appartement am Rand der Stadt. Den Rest der Zeit lebte er in einem der vielen erstklassigen Hotels in Vegas und machte sich ein schönes Leben. Sein Vater hatte ihm, als er beschloss keinen „normalen“ Beruf zu ergreifen, den Geldhahn abgedreht. Seine Idee, John in der US Army zu etablieren war in die Hose gegangen und nachdem John das Militärdasein aufgegeben hatte, hatte sein Vater ihn auch aufgegeben. Nun kam er zum ersten Mal seit zwei Jahren auf Besuch. John hatte sein Appartement extra hergerichtet um etwas Eindruck bei seinem Vater zu schinden. Schließlich durfte er seinem Vater kein schlechtes Bild vorzeigen. Er musste ihm beweisen, dass er es auch auf diese Weise zu Ruhm und Reichtum schaffen würde. Mittlerweile hatte sich auch schon eine größere Summe auf seinem Konto angehäuft. John war zwei Jahre lang bedacht vorgegangen, hatte oft das Casino gewechselt und immer nur kleinere Beträge mitgehen lassen. Er hätte an einem Abend noch viel mehr verdienen können, aber er durfte keine Aufmerksamkeit erregen. Denn wenn er erst mal in jedem Casino der Stadt Hausverbot hatte, weil er zu viel Geld gewann, dann wäre seine Zeit in Vegas vorbei und er müsste sich einen anderen Job zulegen, möglicherweise sogar einen „Normalen“. Dann wären die aufregenden und impulsiven Nächte vorbei. Sein Leben würde einen geregelten Gang einschlagen. Er würde heiraten, ein oder zwei Kinder bekommen, ein Haus kaufen und alt und fett werden. Dazu war er definitiv noch nicht bereit. Vielleicht würde er es nie sein.
Das Flugzeug seines Vaters befand sich im Landeanflug. John begab sich zu dem genannten Ausgang am Gate 2. Er sah viele verschiedene Menschen dort eintreffen. Ein paar junge Frauen lief tratschend an ihm vorbei. Eine der Damen schaute ihn mit einem verführerischen Blick an und folgte dann ihrer Freundin. Wie gern hätte er sie an seines Vaters statt mitgenommen. Doch da kam der Genannte schon angeschritten. Er sah exakt so aus wie vor zwei Jahren. Sein Haar wurde langsam grau, sein Gesicht wurde älter und Falten durchzogen seine Züge in alle Richtungen. James C. Copperfield war auf dem besten Weg alt zu werden.
„Mein Sohn. Es ist schön dich wieder zu sehen.“ James schloss seinen etwas erstaunten Sohn in die Arme. Eine solch herzliche Begrüßung hatte er nicht erwartet. Er teilte seinem Vater diesen Gedanken mit. „Nun ja. Ich weiß, ich habe gesagt, dass du es auf diese Weise zu nichts bringen wirst. Aber ich sehe etwas anderes. John, du siehst gut aus, trägst einen Armani-Anzug der auf jeden Fall teurer war als mein Auto und du siehst nicht abgemagert aus. So schlecht kann es dir also gar nicht gehen. Den Rest würde ich gerne aber an einem Ort mit dir besprechen, der etwas privater ist als die öffentliche Empfangshalle im Flughafen.“ Grinsend reichte James seinem Sohn einen der beiden mitgebrachten Koffer und erkundigte sich nach dem Weg zum Wagen seines Sohnes. John ging voraus und führte ihn zum Ausgang.
Draußen angekommen wuchteten sie die beiden schweren Koffer in den Kofferraum und John bat seinen Vater auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen, bevor er selbst in den Wagen einstieg. „Wo fahren wir hin?“, fragte James John. „Wir fahren zuerst einmal in meine Wohnung am Rande der Stadt, dort kannst du dich erst mal einrichten, dann können wir dort reden. Wenn du Lust hast können wir danach noch ein bisschen in die Stadt gehen. Ich kenne eine erstklassige Bar, einen alten Irish Pub. Da bekommt man noch richtig gutes Bier.“ John war immer noch etwas erschrocken über die Begrüßung seines Vaters. Er hatte ein kühles „Hallo“ oder etwas in der Richtung erwartet. Was sein Vater hier tat, war völlig untypisch für diesen Mann. Obwohl es typisch für ihn war, Johns Erfolg nur an seinem Kontostand zu ermitteln. Als Aktiengesellschafter dachte man wohl immer so.
Sie erreichten John bescheidenes Appartement. Beide stiegen aus und widmeten sich der Koffer. Als sie im ersten Stock ankamen, stellte John seinen Koffer ab und schloss die Türe auf. Vor ihnen lag ein schmaler Korridor, der nach einigen Metern in ein großes Zimmer überging, das auf der einen Seite Vollverglasung als Wand besaß, auf der anderen Seite fanden sich drei weitere Türen. Sie führten in Küche, Badezimmer und Schlafzimmer. Der große Raum war Johns Wohnzimmer. Ein großer Flachbildfernseher stand mit dem Rücken zur Glaswand, vor ihm eine gemütlich wirkende Couch inklusive zwei Beistelltischen, zu jeder Seite einer. James war beeindruckt. „Junge! Eine schöne Wohnung hast du dir da ausgesucht. Wo kann ich mein Zeug abstellen?“ „Du wirst in meinem Schlafzimmer übernachten, also stell deine Koffer dort ab. Zweite Tür rechts.“, antwortete John ihm. Sein Vater verschwand in dem ihm angewiesenen Raum. Kurz darauf erschien er wieder im Türrahmen. „Sehr nett hast du’s hier.“ Er folgte seinem Sohn zu einer kleinen Bar in der Ecke des Wohnzimmers. „Auf was hast du Lust? Ich hab fast alles da. Ein Freund von mir konnte mir alles besorgen was ich brauche.“, berichtete John. „Einen klaren, doppelten Wodka, bitte. Trinkst du einen mit?“, fragte sein Vater. „Wodka? Immer doch! Hab sogar noch einen echten Russen da.“ John füllte zwei Gläser und reichte eins seinem Vater. Beide prosteten sich zu und leerten die Gläser in einem Zug. „Aaaah! Das tut gut.“ James genoss das brennende Gefühl, das sich in seinem Hals ausbreitete. „Der ist wirklich hervorragend. Nun erzähl mir von deinen Plänen für heute Abend.“ Johns Vater nahm auf einem der Barhocker Platz. „Wie ich schon erwähnte. Wir fahren mit dem Wagen in die Innenstadt zu dem Iren und trinken dort ein paar Whiskey und Bier. Wie klingt das?“, fragte John. „Das klingt gut. Lass mich nur kurz duschen, dann bin ich dabei.“ James erhob sich und bewegte sich in Richtung der ersten Türe an der rechten Wand. Er hatte auf Anhieb die richtige Tür gewählt. Er verschwand darin und kurz darauf hörte man dumpfe Geräusche von strömendem Wasser aus dem Raum. John legte eins seiner Lieblingsstücke in die luxuriöse Stereoanlage, Beethovens Symphonie Nr. 7. Er liebte das Stück. Bald schon hallte der bekannte Klang durch das große Wohnzimmer. John trank noch einen doppelten Whiskey und beschloss daraufhin lieber mit dem Taxi in die Innenstadt zu fahren, um etwaige Unfälle zu vermeiden, geschweige denn Ärger mit den Cops. James erschien frisch geduscht in der Tür des Badezimmers. Er eilte ins Schlafzimmer und kam in einem eleganten Anzug wieder heraus. „Ich denke in Sachen Geschmack sind wir nicht sehr verschieden.“, lachte er. John musste ihm Recht geben. „Lass uns losziehen. Ich hab schon ein Taxi für uns bestellt. Auf die Weise vermeiden wir Ärger und können später einfach auf demselben Weg auch wieder nach Hause fahren.“, antwortete John. Sein Vater war damit einverstanden und so standen sie eine halbe Stunde später vor dem besagten Irish Pub. Die Inhaber kannten John bereits und ließen ihn an einem ruhigeren Tisch weiter hinten im Lokal mit seinem Vater Platz nehmen. „Bringen sie uns bitte jeweils einen doppelten Whiskey und ein Guiness. Danke.“ John entspannte sich. „Ich wüsste allerdings jetzt schon mal gerne warum du so freundlich zu mir bist. Ich hatte erwartet, dass du mir mit eiskaltem Blick entgegen kommst und mich fragst wann ich mir endlich einen Job suche.“, sprach John seinen Vater an. „Nun ja. Es ist so, John. Zuhause hat sich viel verändert. Ich weiß wir waren oft zerstritten und sind über lange Zeiträume nicht miteinander klar gekommen. Aber ich habe lange nachgedacht und natürlich befürworte ich dein Tun immer noch nicht so ganz, aber ich sehe das du damit einen passablen Lebensunterhalt verdienst und solange dies so bleibt, werde ich wohl nicht viel tun können. Du bist längst finanziell unabhängig von mir. Das einzige Druckmittel das mir bleibt, ist eine Enterbung, aber auch die lässt dich kalt weil du, wie erwähnt, genug Geld besitzt und zweitens dies auch nicht in meinem Interesse ist. Dann wäre noch die Möglichkeit, mit Selbstmord zu drohen, aber das ist nicht so mein Ding, also…Tu was du für richtig hälst.“, sein Vater prostete ihm zu und leerte sein Whiskeyglas.
John sah seinen Vater eindringlich an. „Danke.“, murmelte er und trank auch von seinem Whiskey.
Der Abend wurde länger als geplant. Bald schon war die Stimmung gelockert. Die beiden Copperfields lagen sich in den Armen und lachten über die alten Zeiten, so schwer sie auch gewesen waren. Schließlich schlug John vor noch auf eine Runde ins Golden Nugget zu gehen. Die hätten eine echt gute Bar im Angebot. Sein Vater willigte ein. Sie riefen ein Taxi und fuhren zu dem berühmten Casino. Dort ließen sie sich bei wohligem Ambiente nieder und bestellten sich einen Cocktail nach dem anderen. Vater und Sohn waren versöhnt.
*
John W. Copperfield fuhr aus dem Schlaf hoch. Das helle Licht um ihn herum blendete ihn. Sein Kopf dröhnte als ob er ihn die ganze Nacht unaufhörlich gegen die Wand gehämmert hätte. Was hatten er und sein Vater bloß noch alles im Golden Nugget getrunken? John erschrak. Er musste nach James sehen. Schließlich war der Mann schon älter und hatte den Alkohol vielleicht nicht so milde ertragen wie John. Er tapste unbeholfen zur Schlafzimmertür und klopfte sanft an. Er erhielt keine Antwort. „Dad?“ Wieder nichts…
John öffnete die Tür langsam und trat leise in das abgedunkelte Zimmer. Er knipste das Licht an. Die Betten waren beide leer. Sein Vater war nicht da. Ein eiskalter Schauer lief ihm über den Rücken. Wo war sein Vater abgeblieben? Er trat wieder in den Flur. „Dad?“, rief er verzweifelt durch sein Haus. Doch der alte Mann antwortete nicht. John durchsuchte alle Räume. Doch sein Vater wollte nirgends auftauchen. Langsam wurde John panisch.
„Okay…Okay…Ruhig bleiben. Ruhe bewahren. Im Golden Nugget anrufen…“ Er eilte zum Telefon. Er suchte die Nummer aus dem dicken Telefonbuch und wählte. Eine junge Frau meldete sich am anderen Ende.
„Golden Nugget Casino. Empfangsbereich. Mein Name ist Sharon Woods. Wie kann ich ihnen helfen?“ „Ja, also…Ich und mein Vater waren gestern Gast bei ihnen.“ „Ihr Name bitte.“ „Copperfield. John W. Copperfield und mein Vater James C. Copperfield. Wir waren bis in der Früh in ihrer Bar und haben einiges getrunken.“ „Ja ich erinnere mich, dass sie beiden so gegen sieben Uhr am Morgen unser Etablissement verlassen haben. Gibt es ein Problem?“ „Ja. Mein Vater ist verschwunden. Habe ich mit ihm zusammen das Hotel verlassen?“ „Nein. Erinnern sie sich nicht. Die beiden Leute von der Polizei haben sich um ihren Vater gekümmert, weil er so sturzbetrunken war. Sie sagten, sie würden ihn zu ihnen bringen sobald er transportfähig sei. Er konnte schließlich nicht mehr gehen und sie waren kaum in der Lage sich selbst aufrecht zu halten.“ „Polizei? Ich erinnere mich nicht.“ „Die beiden hatten ebenfalls unsere Bar gerade verlassen und hatten ihnen Beiden ihre Hilfe angeboten. Sie stimmten zu, da sie den Zustand ihres Vaters schließlich kannten und stiegen in ein Taxi. Die beiden Polizisten nahmen ihren Vater an je einem Arm und schleppten ihn nach draußen und bestiegen ein weiteres Taxi. Es fuhr in dieselbe Richtung davon.“ „Hatte ich den beiden Männern überhaupt meine Adresse gegeben?“, fragte John die Empfangsdame fast hysterisch. „Ja das haben sie. Sie haben sie notiert und ihnen übergeben. Dann sind sie gegangen. Ich kann ihnen wirklich nicht mehr weiterhelfen. Wenn ihr Vater nicht zuhause aufgetaucht ist, haben sie ihn vielleicht mit auf die Wache genommen. Die beiden wiesen sich aus als Warren Carter und Jonathan Ellis. Angestellte der lokalen Polizeibehörde. Fragen sie doch dort nach. Ihr Vater wird sicher dort sein.“ „Vielen Dank. Auf Wiedersehen.“ John legte den Hörer auf. Das hörte sich nicht gut an. Diese Geschichte machte in seinen Augen überhaupt keinen Sinn. Er machte sich schnell frisch und fuhr mit seinem Wagen zur Polizeizentrale. Doch auch dort konnte man ihm nicht weiterhelfen. Niemand kannte die beiden angeblichen Polizisten. Als John zurück in seiner Wohnung war, fasste er den Entschluss sich einer anderen Hilfe zu bedienen. Es gab bloß eine Person, die ihm jetzt helfen konnte. Und John griff zu seinem Handy und rief einen alten Bekannten an. "Novac? Ich brauche deine Hilfe." _________________ Life is only Life, as long as you enjoy living. |
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Re:sistance Project Omega

Anmeldungsdatum: 01.08.2010 Beiträge: 145
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Verfasst am: 02.08.2010, 02:22 Titel: |
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„Scheiße!“ hallte es durch eine der vielen Gassen in Vegas. Ein hochgewachsener, kahl rasierter Mann stand in einer Barkeeperuniform im hinteren Teil der Gasse und fluchte ausgiebig, Teils deutsch Teils russisch. „Was meinst du mit 'Ich habs leider nicht geschafft'? Ich stehe längst am Treffpunkt und wenn du nicht innerhalb der nächsten 10 Minuten bei mir auftauchst, dann tauch ich bei dir auf. Was hast du gesagt? Ich mach dich fertig du Mistkerl!“ Wütend schleuderte der Mann das Handy vor sich auf den Boden und ließ die Wirbel in seinem Genick knacken. „Das wird ein Nachspiel haben...“ knurrend machte er sich daran die Simkarte aus seinem kaputtem Handy zu entnehmen bevor er es mit seinem Absatz vollends zerstörte. Der Infobroker war normalerweise relativ ruhig aber diesmal hatte man es zu weit getrieben. Der Informant der etwa 200000$ im Voraus kassiert hatte traute sich nicht mehr vor die Tür aus Angst jemand könnte ihm sein Geld abnehmen. Novac ging ohne sich ein weiteres mal umzusehen aus der Gasse und reihte sich in die überfüllten Straßen der Stadt ein. Gelegentlich passierte es, dass man ihn grüßte und er grüßte desinteressiert zurück. Als Barkeeper in einem der Casinos kam man irgendwann zu einem gewissen Ruf und wurde sogar auf der Straße von seinen Stammkunden erkannt, und diesen Status hatte Novac schon lange erreicht.
Nach einem langen Fußmarsch hatte er das Bellagio endlich erreicht, seine Schicht fing in etwa 30 Minuten an und er war lieber zu früh als zu spät an seinem Arbeitsplatz, dort vertraute man nämlich darauf dass er pünktlich war und sich dann um die Gäste kümmerte, vor allem die schwierigeren Gäste hielten sich in der Bar die er zu verantworten hatte auf. Es war zwar ein sehr teures Casino, aber in jeder Klasse gab es Leute die nicht wussten wie man sich zu benehmen hatte, und gerade die Neureichen die ihr Geld verzocken wollten waren sehr häufig die Art von Kundschaft die einen normalen Barkeeper überfordern konnte. Höflichkeit und Benehmen schalteten irgendwann aus und was blieb war ein unfreundlicher Gast der bei jedem Kunstfehler losbrüllte und teilweise sogar gewalttätig wurde. Novac hatte damit genügend Erfahrungen gemacht und war deshalb einer der fähigsten Männer im Bellagio: Er ließ sich nicht einschüchtern. Und der Abend würde genau so werden wie jeder andere auch... dachte er.
Die Schicht begann wie immer, er verabschiedete Angelo, welcher ein Kreuzzeichen für ihn machte, und ging dann an seinen Platz an hinter der Theke. Nach kurzem Umsehen ging Novac das Herz auf. Er war verantwortlich für eine der exklusivsten Bars in Vegas 'The Bank' der Bellagio Nachtclub wo nur Leute mit wirklich viel Geld hinein kamen, jedoch ist das auch genau die Art von Nachtclub in der die erwähnten Neureichen zeigen wollen wie viel Geld sie doch haben und sollte es zu viel sein, dann kann es passieren, dass sie denken sie dürfen machen was sie wollen. Falsch gedacht. Er und einige seiner Kollegen waren für die Getränke zuständig die die unzähligen Kellner und Kellnerinnen dann überbrachten, oder direkt für den Kunden, sollte sich mal jemand zur Bar verirren. Von zwölf bis vier Uhr morgens war Novac für 'The Bank' hauptzuständig und das schon seit ein paar Jahren, und bisher hatte alles problemlos geklappt, Novac nahm seine Arbeit sehr ernst. Doch heute musste es wieder passieren... Ein Lottogewinner aus der Bronx hatte sich in den Club verirrt. Novac hatte nichts gegen Leute aus der Unterschicht im generellen, nur sollte sich jemand in den Club verirren und spontan vergessen wie man sich benimmt kannte seine Gutmütigkeit sehr schnell Grenzen. Der Störenfried war etwa 1.90 groß, muskulös und hatte einen klaren Akzent, der Slang war nicht zu überhören während er die anderen Gäste belästigte und mit Geld um sich schmiss. Mit einem freundlichen Lächeln beendete Novac die eingegangene Bestellung, es waren drei Cosmopolitan und zwei Bloody Mary für einen Tisch voller junger Damen. Nachdem Richard das Tablett genommen hatte um es zu dem Tisch zu bringen richtete Novac seine Fliege und ging dann auf den dunkelhäutigen Mann zu der mittlerweile ziemlich eng mit Frauen tanzte die er nicht kannte und die von ihm ziemlich angewidert waren.
„Ich würde sie gerne bitten sich zu benehmen oder zu gehen.“ Der Mann der laut eigener laut gebrüllter Aussagen während eines Flirtversuchs selbst „MC Jail“ nannte drehte sich mit einem wütenden Gesichtsausdruck zu dem Barkeeper um und hörte auf zu tanzen. „Was willst du denn alter? Ich hab bezahlt also lass mich in ruhe!“ Er steuerte geradewegs wieder eine der Damen an die bereits auf der Tanzfläche standen und schon über einige Meter Entfernung vor ihm zurückwichen. Novac packte den störenden Gast an der Schulter und kassierte dafür einen Schlag mit dem Ellenbogen auf den Brustkorb „Fass mich nicht an mann! Dann werd ich Kung Fu!“ und um es ihm zu beweisen schob er sofort eine Kopfnuss hinterher, die den Russen direkt ins Gesicht treffen sollte, dieser war jedoch schneller gewesen. Er hatte blitzschnell seinen Kopf nach Vorne gebeugt, so dass sein Gegner mit der Nase voraus auf seinen Schädel prallte. „Verdammte Scheiße Alter! Ich bring dich um du Bastard!“ brüllte dieser sofort während er sich die stark blutende Nase hielt. Wenn es die Sicherheitskontrollen nicht gäbe hätte er sicher ein Messer gezogen, stattdessen jedoch rannte er zum nächsten Tisch und zerschlug eines der noch vollen Gläser, so dass der Inhalt sich über den Gast dem es eigentlich gehörte ergoss und einen etwa 100000 Dollar Anzug ruinierte. Als MC Jail jedoch versuchte damit zu zustoßen duckte sich Novac unter dem Arm hinweg und stieß sein rechtes Bein vom Boden ab um dem Angreifer sein Knie mit voller Wucht unter den Brustkorb zu rammen. In einem Actionfilm hätte man jetzt einen gigantischen Aufprall mit Schockwelle in alle Richtungen gesehen und gehört, in diesem Fall hörten alle näheren Gäste jedoch ein lautes Knacken, dass vermutlich von mehreren gebrochenen Rippen herführte. Der Mann ging zu Boden während Novac einen Schritt zurückwich und über den Funkstöpsel in seinem Ohr etwas auf russisch meldete bevor er kurz in die Hosentasche griff und nach einigen Sekunden dann ein weiteres mal begann zu reden, diesmal auf Englisch. „Ich habe hier wieder einen Störenfried, das Problem ist beseitigt und ein Krankenwagen ist auf auf dem Weg hierher, schickt sie in den Club wenn sie ankommen.“
Entspannt lockerte Novac jetzt seine Muskeln sowie seine Knochen und griff dann in die Tasche des am Boden liegenden Kerls um seinen Geldbeutel herauszuholen. Während schon zwei Kellner kamen um das Glas sowie die Flüssigkeiten vom Boden zu entfernen drehte sich der Barmixer lächelnd zu dem Herren um dem das besagte Glas gehört hatte und entschädigte ihn mit dem Geld des Mannes der den Anzug ruiniert hatte, der Krankenwagen ließ auch nicht lange auf sich warten. Zwei hochgewachsene Männer kamen mit einer Trage in den Nachtclub hinein gelaufen und machten sich sofort daran den blutenden Mann zu sichern und aus dem Gebäude zu bringen. Kurz bevor sie gingen jedoch sprach Novac einen der Männer auf russisch an was in etwa so viel bedeutete wie „Das selbe wie immer, die Bezahlung bekommt ihr nach meiner Schicht.“ Und danach verließen die vermeintlichen Sanitäter den Club wieder und nach einiger Zeit kehrte wieder das normale Geschehen ein...
Nach seiner Schicht sorgte er dafür das alle Gäste den Club verließen und schloss nachdem alles gesäubert wurde den Club ab, das wars für die Nacht. Jetzt hatte er noch ein paar Sachen zu erledigen... Er zog sein Notfallhandy aus der Tasche, sein Altes hatte er schließlich vollends vernichtet und legte dort die Simkarte ein bevor er einen Anruf tätigte, auf russisch. „Hallo? Ja, ich bins, sagt mal, wie wärs wenn ihr zu dem Krankenhausdienst noch ein wenig extra verdienen könnt? Klingt gut? Okay, dann bis gleich am üblichen Treffpunk. Was habt ihr mit dem Typen eigentlich gemacht? Hundefutterfarik? Hahaha, ihr werdet immer kreativer.“ Dann legte er grinsend auf und zog seine schwarzen Lederhandschuhe an.
Ein kleines Haus am äußersten Rande der Stadt, es war nicht schick oder hässlich, es war einfach nur klein. Vor dem Haus standen 3 Männer, einer in Barkeeperuniform und die beiden anderen in komplett in schwarz gekleidet. Mit einem leisen Klicken öffnete sich die Haustür und einer der beiden Männer zog seinen Dietrich aus dem Schloss während er einen Daumen nach oben signalisierte. Leise sah sich die Gruppe noch einmal um und verschwand dann leise in dem Haus, die Tür hinter sich geschlossen. Das Haus lag im Dunkeln aber dadurch das es bereits wieder hell wurde hatte man genug Licht um nicht über Gegenstände oder Stufen zu stolpern. Zielstrebig folgten die beiden Männer in schwarz dem Mann mit Glatze bevor sie vor einer Tür standen. Novac gab ein kurzes Handzeichen und ging ein paar Schritte zurück, so dass die beiden anderen Männer sich in das Zimmer schleichen konnten. In dem Zimmer befand sich ein Bett... ein Bett mit einer Person darin, eine Person die einen silbernen Koffer umarmte während sie schlief. Einer der Männer positionierte sich jeweils an einer Seite des Bettes bevor sie gleichzeitig unter die Schultern des schlafenden Mannes griffen und ihn hoch hoben. Vor Entsetzen schreiend erwacht dieser und sah in das Gesicht des kahlen Mannes welches durch einige Narben verunstaltet wurde. „Guten Morgen José, gut geschlafen?“ „Novac!?“ Er bekam einen Schlag ins Gesicht als Antwort. „Sag mir was ich wissen will!“ Der Schlag hatte José die Nase gebrochen und vor Schmerz wimmernd begann er Novac eine Liste von Namen und Zahlen zu nennen. „Na also, das war doch gar nicht so schwer oder?“ „Jetzt weißt du was du wissen willst, du kannst mich jetzt gehen lassen, ja?“ Ängstlich lächelnd sah der Latino zwischen den Männern die ihn festhielten hin und her. „Weißt du José... das könnte ich, stimmt. Aber dann glauben die Leute man kann mein Geld behalten und damit davon kommen.“ Der Mann auf der linken Seite des Bettes warf Novac den silbernen Koffer zu den er dem anderen entrissen hatte. Novac fing ihn auf, sah kurz hinein und drehte sich dann um um ins Wohnzimmer zu gehen. An der Tür angekommen sagte er noch was auf russisch und einer der Männer zog einen Eispickel aus der Tasche um José ein schnelles Ende zu bereiten...
Der nächste Morgen, etwa 14 Uhr. Novac und seine Männer waren schon seit etwa einer Stunde wach und vor allem noch immer in José's Wohnung, wo Novac, die zwei Männer und José dem ein Eispickel gerade durch den Hals gestochen war auf der Couch saßen. Die drei noch lebenden Männer lachten, redeten auf russisch und tranken Wodka als plötzlich Novacs Handy klingelte. „... Alles klar, ich bin unterwegs.“ |
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